Gedenkveranstaltung für Halit Yozgat am 06.04.2015, 16h, Halitplatz-Kassel

Liebe Blogleser*innen!

wir rufen auf zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zum 9. Todestag von Halit Yozgat.

Die Veranstaltung wird von der Stadt Kassel organisiert und beginnt um 16.00 Uhr am Halitplatz.
Es gibt ein paar Reden: u.a. von OB Hilgen, dem türkischen Generalkonsul Ufuk Ekici, Ismail Yozgat und Barbara John

Nicht zuletzt angesichts der jüngsten Aussagen im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss (zum Thema Andreas Temme und der Rolle des Verfassungsschutzes), bleibt es wichtig, solidarisch mit der Familie Yozgat zu sein und dies öffentlich zu zeigen.

Lasst uns zahlreich erscheinen und zeigen, dass wir mit der Familie Yozgat stehen und die Aufarbeitungsversuche des Mordes weiterhin kritisch verfolgen!

Initiative 6. April

 

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Download des Ansteckflyers hier: 6April_Gedenkveranstaltung_2015_Flyer_16Uhr

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Rückblick auf die Straßenumbenennung vom 4.11.2014

Am 04. November 2011 kam es zur selbst Enttarnung des ‚Nationalsozialistischen Untergrunds‘ NSU. Die Initiative 6. April hat an diesem Tag in Kassel eine symbolische Straßenumbenennung durchgeführt wie zeitgleich bundesweit zahlreiche anderen Initiativen, die gemeinsam die Perspektive der Angehörigen der Opfer dieser rassistisch motivierten und gesellschaftlich und politisch gedeckten Morde stark machen.

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Bundesweite Straßenumbenennungen im Gedenken an die Opfer des NSU

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04.11.2014 – In Kassel sind die Mombachstraße und die Holländische Straße umbenannt worden im Gedenken an Halit Yozgat und die Opfer des Bombenanschlages in der Keupstraße. (Foto: Ginka Hölzel)

Gedenken an Opfer des NSU in zehn deutschen Städten

Straßenumbenennungen in Köln, München, Nürnberg, Kassel, Jena, Berlin, Göttingen, Bremen, Wuppertal und Frankfurt a.M.

Am 4. November 2014, drei Jahre nach dem Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), wurden zeitgleich in ganz Deutschland und auch in Kassel Straßen in Gedenken an die Opfer der rassistischen Mordserie und der Bombenanschläge umbenannt. Rund 500 Personen nahmen bundesweit an den Gedenkveranstaltungen teil. Eingeladen hatte ein Zusammenschluss von Initiativen, der eine lückenlose Aufklärung des NSU- Komplexes fordert.
„Uns war es wichtig am heutigen Jahrestag den Blick auf die NSU-Opfer zu lenken und die Angehörigen in ihrer Forderung nach einem würdigen Gedenken zu stärken“, kommentierte Manuel Friedrich vom Initiativenbündnis. Zu häufig werde den Wünschen der Betroffenen nicht entsprochen.
Im Laufe der Mord- und Anschlagserie des NSU wurden die Betroffenen immer wieder einer Opfer-Täter-Umkehrung ausgesetzt. Sie wurden von den Ermittlungsbehörden verdächtigt und in der medialen Öffentlichkeit mit rassistischen Zuschreibungen wie „kriminelle Ausländermilieus“ stigmatisiert. Gleichzeitig konnten die Täter über Jahre hinweg unbehelligt morden.
„Die Betroffenen haben über die ganzen Jahre auf die offensichtlich rassistische Motivation der Taten hingewiesen. Ihre Perspektive wurde jedoch missachtet. Für diese Perspektive machen wir uns stark. Während der NSU-Terror Orte und Menschen mit Leid und Schrecken überzog, spannen wir heute zwischen ihnen ein symbolisches Band der Solidarität“, so Friedrich.

Fotos der Straßenumbenennungen
http://www.bit.ly/nsuopfer
Überregionaler Pressekontakt
Initiative „Keupstraße ist überall“, 01577 / 5978457, medien@keupstrasse-ist-ueberall.de
Köln, 04.11.2014

Täter-Opfer Umkehr und der NSU. Ismail Yozgat und die Lokalzeitung HNA

Kurz vor dem Gedenktag an die Ermordung Halit Yozgats am 06.04.2014 erschien in der lokalen Hessisch-Niedersächsisch-Allgemeinen (HNA) ein Artikel, der die Forderung von Ismail Yozgat zum Thema hatte, die Holländische Straße in Halitstraße umzubenennen. Der Artikel ist hier nachzulesen.

Wir waren einigermaßen konsterniert und halten es für einen Standard wissenschaftlicher Forschung zu Rassismus, in diesem Artikel eine mehr oder weniger perfide Täter-Opfer-Umkehr zu sehen. Ismail Yozgat wird – vielleicht auch unbewusst – die Schuld an Rassismus gegeben. Der übliche Online-Kommentar-Mob zeigt, wessen Geistes Kind sich hier primär angesprochen fühlt und validiert unsere Einschätzung.

Im Nachhinein erfuhren wir, dass einige Personen über diesen Artikel Beschwerde beim Presserat eingelegt haben. Für uns wird hier ebenfalls ganz klar Ziffer 12 des Pressekodex verletzt – denn wie soll eine Einzelperson Schuld an rassistischem Wahn haben können. Ismail Yozgat wird aufgrund seiner Herkunft diskriminiert und darf nicht sprechen – genau das ist Rassismus. Dachten wir. Der Presserat hat die Beschwerde einstimmig abgelehnt. Damit wirft er ein trauriges Licht auf eine Medienlandschaft, die eben noch zerknirscht die Verwendung der hetzenden Wortkreation „Dönermorde“ bedauerte.

Für die Informationen rund um diese Beschwerde und ihre Resonanz danken wir der Gruppe PATATES ATAK!, die uns informiert hat. Wir dokumentieren hier einen satirischen Beitrag der Gruppe, der anlässlich der Straßenumbenennung heute verteilt wurde.

————- G A S T B E I T R A G ——————

(Dikkat! Dikkat! – Gerceğe dayanan mizah! Kommentarkommentierung by PATATES ATAK!)

Umbenennung: Holländische Straße – Halitstraße?!

Danke HNA!
Danke Ulrike Pflüger-Scherb (HNA)!
Danke Presserat !
Böser, böser İsmail Yozgat!

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Einladung zur Straßenumbenennung in Gedenken an Halit Yozgat am 04.11.2014. um 17.30h

Die Opfer des rassistischen NSU-Terrors bleiben unvergessen!
Einladung zur Straßenumbenennung in Gedenken an Halit Yozgat
Holländische Straße Kassel. Haltestelle Halitplatz, Ecke Mombachstraße 4.11.2014 um 17.30 Uhr
Am 4. November werden bundesweit Straßen in Gedenken an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter sowie an die Bombenanschläge in der Kölner Probsteigasse und der Keupstraße umbenannt. Weiterlesen

Der Gedenktag für Halit Yozgat am 06.04.2014 – „So viele waren nicht immer hier.“

Das Zitat im Titel dieser Dokumentation stammt aus dem Redebeitrag von Barbara John, der Beauftragten der Bundesregierung für die Opferfamilien der NSU-Mordserie. Sie zitiert damit Ayşe Yozgat, die sich ihr gegenüber beeindruckt zeigte von der Menschenmenge, die sich zum 8. Jahrestag der Ermordung von Halit Yozgat am 6.4.2014 am Halitplatz in Kassel versammelt hatte. Nachdem erst Ende 2011 das rechtsterroristische Netzwerk aufgeflogen war – was für Angehörige der NSU-Opfer und weitere Geschädigte teilweise über 10 Jahre krasseste Fehlermittlungen mit massivem Druck und Unterstellungen bedeutete – hat die Stadt Kassel im Jahr 2012 eine Stele mit Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer gewidmet. Der bis dato namenlose Platz vor dem Hauptfriedhof wurde in Halitplatz umbenannt und die davorliegende Straßenbahnhaltestelle um diesen Namen ergänzt. Mit der Eröffnung des Platzes fand am 6.4. diesen Jahres die dritte Gedenkfeier für Halit Yozgat statt. In der folgenden Nacht wurde die Stele mit der Gedenkplatte mit einer Teerflüssigkeit übergossen.
Der Beitrag dokumentiert vor allem die Redebeiträge der Gedenkveranstaltung.

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Farbanschlag auf Gedenktafel an die Ermordeten des ‚NSU‘ in Kassel – Initiative 6. April erklärt sich solidarisch mit den Hinterbliebenen

Vom 06. auf den 07. April 2014 haben Unbekannte die Gedenkstätte an die Ermordeten des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrundes“ am Halitplatz mit schwarzem Teer übergossen. Am 06. April kamen über 400 Personen zur offiziellen Trauerfeier anlässlich des 8. Todestages von Halit Yozgat zusammen.

Dies ist bereits der zweite rechtsmotivierte und klar als rassistisch erkennbare Angriff auf das Mahnmal. Kurz vor dem Gedenktag im Vorjahr gab es ebenfalls einen Farbangriff auf die Gedenkstätte. Allein Ismail Yozgat ging damals in seinem Redebeitrag darauf ein. Er interpretierte die Tat in Zusammenhang mit der zeitgleich erfolgten Erklärung des OLG München, dass türkische Medien nicht zur Prozessbeobachtung zugelassen seien. Dies habe den Neonazis Mut gegeben.

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Eröffnung der Wanderausstellung „Opfer des NSU“ im Kasseler Rathaus

Am Freitag, den 21.04.2014, wurde die Ausstellung im Kasseler Rathaus eröffnet.

Weitere Informationen:

Wanderausstellung „Opfer des NSU“
Eröffnungsmitteilung der Stadt Kassel

HNA-Bericht zur Ausstellungseröffnung:

Erinnerung an NSU-Opfer: Wanderausstellung im Kasseler Rathaus

Kassel. Noch bis zum 11. April soll eine Wanderausstellung im Kasseler Rathaus an die Opfer der Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erinnern. Sie steht unter dem Titel „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ und wurde am Freitag eröffnet. (HNA, 22.03.2014)
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