Presse- Rückschau auf den 6. April

Liebe Freund*innen,

Es hat ein bisschen gedauert, aber hier unsere Rückschau auf den 6. April:

der 6. April war vor allem ein trauriger Tag. Es jährte sich der Mord an Halit zum 11. mal. Halit war unser Bruder, unser Freund, unser Kollege, unser Nachbar.

Unser Gedenken, das Gedenken der Familie Yozgat und das vieler anderer war aber auch ein kämpferisches, ein politisches, ein lautes Gedenken. Ein Erinnern in vielen Facetten:

Auf der Pressekonferenz zur Eröffnung der Documenta14 in Athen sprachen zwei Mitglieder der Initiative 6. April und vom Tribunal „NSU-Komplex auflösen!“ als Gesellschaft der Freunde und Freundinnen von Halit. Sie erinnerten an Halit und plädieren für eine Überwindung von Nationen und die Gesellschaft der Vielen. Sie bekamen dafür Standing ovations.

https://www.swp.de/…/documenta-auftakt-in-athen-14750948.ht…

https://www.hna.de/…/documenta-14-vor-start-gedenken-an-hal…

https://news.artnet.com/…/adam-szymczyk-press-conference-do…

 

Auf der Pressekonferenz in Kassel von der Initiative 6. April, dem Tribunal NSU-Komplex auflösen und Forensic Architecture stellte das Institut Forensic Architecture die Ergebnisse ihrer vom NSU-Tribunal beauftragten Untersuchungen dar. Das klare Ergebnis: Der ehemalige Verfassungsschutz-Mitarbeiter Andreas Temme muss sowohl die Schüsse auf Halit Yozgat im Internetcafe gehört, als auch seine Leiche gesehen haben. Die Ergebnisse schlagen international große Wellen und werden wohl in den Prozess am OLG München eingeführt, als auch in den hessischen Untersuchungssausschuss.

https://www.theguardian.com/…/architects-called-upon-to-aid…

https://www.zdf.de/gedenken-mordfall-yozgat-100.html

(Ja wir waren in den heute-Nachrichten!)

An der Demonstration „Kein nächstes Opfer! NSU-Komplex auflösen!“ beteiligten sich trotz Ferien und der Zeit, wochentags um 13h, mehr als 400 Menschen. In zahlreichen Redebeiträgen wurde u.a. gefordert: Verfassungsschutz abschaffen! Bouffier muss zurück treten! Umbenennung der Holländischen Straße in Halitstraße! Temme raus aus dem öffentlichen Dienst! Der hessische Untersuchungsausschuss muss sich endlich mit den relevanten Fragen beschäftigen, Rassismus thematisieren und aufhören sich v.a. mit Parteikonkurrenz und rumgehacke zu beschäftigen! Die Aufklärung des NSU-Komplex darf nicht mit dem Prozess in München zu Ende gehen! Die Bundesregierung ist es den Opfern und Angehörigen schuldig für echte Aufklärung zu sorgen! Es braucht weiterhin Gesellschaftlichen Druck! Die Gesellschaft der Vielen ist längst Realität! Es wird Zeit, dass die Perspektive der Migration, die Perspektive der gesamten Gesellschaft wird! Wir müssen uns zusammen schließen und solidarische Bündnisse schmieden! Stop rechte Gewalt! Kein nächstes Opfer! In der Nähe des Halitplatzes stoß die Familie Yozgat zu der Demonstration dazu und ging die letzten Meter mit uns gemeinsam zur Gedenkveranstaltung.
Die Lokalzeitung HNA geht auf das Gutachten und die Gedenkveranstaltung ein, lässt aber in ihren Artikeln zum 6.April die Demonstration „Kein nächstes Opfer!“ -und ihren historischen Vorläufer 2006- vollkommen aus.
Überregional wird dennoch darüber berichtet:

Frankfurter Rundschau http://www.fr.de/…/kassel-kassel-gedenkt-der-nsu-opfer-a-12…

HR-Beiträge http://hessenschau.de/…/11-todestag-von-nsu-opfer-yozgat-tr…

Die Gedenkveranstaltung der Familie Yozgat war gut besucht, kämpferisch und sehr bewegend. In zahlreichen Reden wurde eine vollständige Aufklärung des NSU-Komplex gefordert und insbesondere auf die Ungereimtheiten im Fall Temme verwiesen. Ismail Yozgat erneuerte seine Forderung nach der Halistraße und nach ernsthafter, vollständiger Aufklärung: „An alle Verantwortlichen in Berlin, Wiesbaden und Kassel: ihr werdet mit eurem Schreddern und Schweigen nichts erreichen.“ Gemeinsam werden wir ewig dafür kämpfen das die Wahrheit ans Licht kommt. Darauf bezog sich auch die Initiative 6. April: Die Forderung nach der Halitstraße ist auch unsere Forderung! Negativ fiel insbesondere die Vertreterin der Stadt auf, die sich traute auf der Gedenkveranstaltung alle unsere Forderungen mit einem Satz wegzuwischen unter dem Vorwand, dass die Umbennenung der Straße zu stressig werden würde. Abschließend lud die Familie Yozgat zum gemeinsamen Essen.

Wir bedanken uns insbesondere bei der Familie Yozgat für die Einladung und ihren unermüdlichen Kampf! Außerdem bei allen Beteiligten an diesem Tag.
Allen die zu unserer Demonstration gekommen sind, allen die uns virtuell unterstützt haben, allen die uns medial begleitet haben und tolle Fotos (v.a. @protestfotografieffm) und Filmbeiträge geschaffen haben und allen die durch Reden oder/und andere Unterstützung dabei waren: der Initiative Tag der Solidarität – Gedenken an die Opfer des NSU Terrors, der Kasseler Initiative Nachgefragt, dem Infoladen an der Halitstraße, NSU Watch und NSU-Watch Hessen, der antifaschistischen Gruppe TASK aus Kassel, dem Türkischen Bund Berlin-Brandenburg, der SAV – Sozialistische Alternative Kassel, dem AStA Kassel, der YXK Kassel und Kasseler Linken, der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak und dem Tribunal ‚NSU-Komplex-auflösen‘

Lasst uns weiter als Bündnis mit Betroffenen zusammenstehen, dann sind wir viele, dann sind wir stark und können gemeinsam viel erreichen – für uns alle und für zukünftige Generationen.

Kein nächstes Opfer! NSU-Komplex auflösen!

Eröffnung der Wanderausstellung „Opfer des NSU“ im Kasseler Rathaus

Am Freitag, den 21.04.2014, wurde die Ausstellung im Kasseler Rathaus eröffnet.

Weitere Informationen:

Wanderausstellung „Opfer des NSU“
Eröffnungsmitteilung der Stadt Kassel

HNA-Bericht zur Ausstellungseröffnung:

Erinnerung an NSU-Opfer: Wanderausstellung im Kasseler Rathaus

Kassel. Noch bis zum 11. April soll eine Wanderausstellung im Kasseler Rathaus an die Opfer der Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erinnern. Sie steht unter dem Titel „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ und wurde am Freitag eröffnet. (HNA, 22.03.2014)
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