Veranstaltungsreihe 2014

Im Frühjahr/Sommer 2014 findet die Veranstaltungsreihe „Die Opfer des NSU und die Aufklärung der Verbrechen“ statt.

Materialien:
Faltblatt

In Kooperation mit:

 Einzelveranstaltungen

14.03. | 19h | Ein Abend über den Mord an Halit Yozgat
Künstlerische Arbeit von Fritz Laszlo Weber
Hörsaal der Kunsthochschule, Menzelstrasse 13-15, Kassel

Während der Vorbereitungen auf die Ausstellung Interventionen 2014 im Regierungspräsidium Kassel, bei der jährlich Studierende der Kunsthochschule Kassel eingeladen werden in den Büroalltag einzugreifen, hat sich Fritz Laszlo Weber mit dem NSU Mord 2006 in Kassel auseinander gesetzt. Ein Vortrag im Regierungspräsidium sollte das Ergebnis werden um einen Diskurs anzustoßen zwischen Besuchern, Studierenden und Mitarbeitern. Die Behörde untersagte jedoch ganz unbürokratisch die Intervention in ihrem Gebäude. Der Vortrag findet nun im Hörsaal der Kunsthochschule Kassel statt. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit aber mit der Absicht zur Vermittlung soll der mögliche Tatablauf, die folgenden Ermittlungen und schließlich das Verfahren gegen Mitglieder und Helfer des NSU aufbereitet werden.

(Hier der Hinweis auf den Seiten der Kunsthochschule Kassel. Die vollständige Dokumentation des Vortrages ist auf der Website von Fritz L. Weber zu betrachten)

Aktualisierung: Das ursprünglich für den 27.3. geplante Podiumsgespräch findet nicht statt, da İsmail Yozgat aus gesundheitlichen Gründen verhindert ist. Anstelle dessen tritt ein Vortrag von Heike Kleffner.

„Kein 10. Opfer“ – Wir wurden nicht gehört!

Vortrag von Heike Kleffner

Donnerstag, 27. März 2014, 19 Uhr
Saal, Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Str. 74, Kassel

Am 26. Januar 2012 wurde der Bundestags-Untersuchungsausschuss zum NSU eingerichtet, um die Morde, sowie die anderen Straftaten des Neonazi – Netzwerkes aufzuklären. Darüber hinaus wurde untersucht, ob die Verdachtsmomente der Manipulation von Daten von Seiten der deutschen Geheimdienste Bestand haben. Der Vortrag von Heike Kleffner nimmt insbesondere Hessen ins Visier und die Rolle des Verfassungsschützers Andreas T.
Heike Kleffner ist Journalistin und war als Referentin für die Linkspartei im NSU Untersuchungsausschuss.

Moderation: Kirsten Neumann, MBT Hessen
In Kooperation mit VHS Region Kassel

(Zum Weiterlesen hier ein Interview mit İsmail Yozgat aus der ZEIT und zwei Texte von Heike Kleffner aus Tagesspiegel und Infobrief des RAV. Weitherhin eine Dokumentation zur Demonstration der Opferfamilien 2006 (!) in Kassel)

Menschenrechte im NSU-Fall?

Dienstag 15. April 2014, 18 Uhr
Universität Kassel, Nora-Platiel Straße 6, Raum 0213 (KUK-Raum – Kritische Uni Kassel)

Der Vortrag wird entlang des NSU-Falls untersuchen, inwiefern Deutsch-land seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen aus der Antirassismus- und der Menschenrechtskonvention nachgekommen ist. Haben die Handlungen der Behörden mit den jahrelangen falschen Verdächtigungen und einseitigen Ermittlungen in diesem Sinne die Rechte der Betroffenen verletzt? Mit dem Vortrag wird ein neues Licht auf den Befund des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages geworfen, der lediglich ein (institutionelles) Versagen der Strafverfolgungsbehörden attestiert.

Referent: Cengiz Barskanmaz, Jurist, Law and Society Institute Berlin

(Zum Weiterlesen ein Text von Barskanmaz aus der Zeitschrift Kritische Justiz)

2 Jahre nach Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)
Eine Bestandsaufnahme anlässlich des Prozesses

Montag, 05. Mai 2014, 19 Uhr
Kulturzentrum Schlachthof, Kemal-Altun-Platz, Mombachstraße 10-12, Kassel

Zwei Jahre ist es her, dass der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) sich selbst enttarnte. Die rechtsterroristische Gruppe war über ein Jahr-zehnt aktiv und mordete jahrelang, ohne dass ihre Existenz der Öffent-lichkeit bekannt war. Im Mai 2013 begann ein erster Prozess gegen die überlebenden mutmaßlichen Mitglieder und Unterstützer.Im Vortrag wird eine Bestandsaufnahme gemacht und gezeigt, welches Bild des NSU sich heute zeichnet. Der politische Kontext des „Rechtsterrorismus“ wird beleuchtet und dessen inhaltliche Entwicklungslinien aufgezeigt.

Mit Referent_innen von der unabhängigen Beobachtungsstelle NSU-watch: Aufklären und Einmischen / Aydınlatma ve Müdahale
www.nsu-watch.info

(Hier ein Kurzfilm zur Vorstellung des Ansatzes von NSU-Watch – auf deutsch und türkisch)

 Die Rolle der Medien und die Morde des NSU

Mittwoch, 28. Mai 2014, 19 Uhr
Jugendclub des DGB, Spohrstraße 6-8, 34117 Kassel

Viel ist nach dem Bekanntwerden der Mordserie über das Versagen staatlicher Instanzen diskutiert worden; weniger kritische Aufmerksamkeit fand hingegen die Berichterstattung der Medien, die das Reden von „Döner-Morden“ popularisiert haben. Der Vortrag basiert auf einem von der Otto-Brenner-Stiftung finanzierten Forschungsprojekt, das in vergleichender Perspektive der Frage nachgeht, wie die Berichterstattung deutsch- und türkischsprachiger Printmedien vor Bekanntwerden der NSU-Täterschaft aussah. Zudem ist danach zu fragen, welche Logiken der jeweiligen Berichterstattung zugrundelagen.

Referent: Prof. Dr. Fabian Virchow, Leiter des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus/Neonazismus an der FH Düsseldorf

(Weitere Hintergrundinformationen zum durch die Otto-Brenner-Stiftung geförderten Forschungsprojekt)
 nö theater Köln – V wie Verfassungsschutz

Donnerstag, 12. Juni 2014, 20.15 Uhr
tif – Theater im Fridericianum

Vorverkauf: www.staatstheater-kassel.de

Wenn der Verfassungsschutz eine Theatergruppe wäre, würde er dieses Stück mit Sicherheit aufführen, um festzustellen wer im Publikum sitzt. Nachdem das nö theater Informationen recherchiert, gesammelt und ausgewertet hat übernimmt es diese Herausforderung stellvertretend und setzt dem Verfassungsschutz ein theatrales Denkmal – nach dem Motto: Wir kamen, sahen weg und versagten.

Es spielen: Talke Blaser, Felix Höfner und Asta Nechajute
Inszenierung: Janosch Roloff
Inhaltliche Mitarbeit: Philipp Gramlich, Patric Welzbacher, Andreas Ruigk

In Kooperation mit: Staatstheater Kassel

(Zum Weiterlesen eine Besprechung des Stückes aus der Theaterzeitung Köln und ein Text zur Verleihung des Kölner Theaterpreises 2012 für das Stück)

 
Ausschlussklausel:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
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