Farbanschlag auf Gedenktafel an die Ermordeten des ‚NSU‘ in Kassel – Initiative 6. April erklärt sich solidarisch mit den Hinterbliebenen

Vom 06. auf den 07. April 2014 haben Unbekannte die Gedenkstätte an die Ermordeten des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrundes“ am Halitplatz mit schwarzem Teer übergossen. Am 06. April kamen über 400 Personen zur offiziellen Trauerfeier anlässlich des 8. Todestages von Halit Yozgat zusammen.

Dies ist bereits der zweite rechtsmotivierte und klar als rassistisch erkennbare Angriff auf das Mahnmal. Kurz vor dem Gedenktag im Vorjahr gab es ebenfalls einen Farbangriff auf die Gedenkstätte. Allein Ismail Yozgat ging damals in seinem Redebeitrag darauf ein. Er interpretierte die Tat in Zusammenhang mit der zeitgleich erfolgten Erklärung des OLG München, dass türkische Medien nicht zur Prozessbeobachtung zugelassen seien. Dies habe den Neonazis Mut gegeben.

Das wiederholte Beschmieren des Gedenksteins zeigt, wie dringend und notwendig die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des „NSU“ und die Solidarität mit den Hinterbliebenen ist. Der „NSU“-Komplex steht in Verbindung mit gesamtgesellschaftlichem Rassismus.

Als Kasseler Initiative stehen wir mit der Kölner Initiative „Keupstraße ist Überall“ in Kontakt. Die Gruppe organisiert die Begleitung der über 30 Betroffenen des „NSU“-Bombenanschlages von Köln zum Prozess nach München. Da das Interesse der kritischen Öffentlichkeit schwindet und die Zuschauerreihen sich lichten, nutzen inzwischen organisierte Rechtsextreme den Prozess als Plattform für ihre menschenverachtende Ideologie. Gemeinsam mit „Keupstraße ist Überall“ wollen wir die betroffenen Familien auch in München nicht alleine lassen.

Die Initiative 6. April erklärt sich uneingeschränkt solidarisch mit den Betroffenen, insbesondere mit der Familie von Halit Yozgat.

 

(Zum gleichen Vorfall hier Presserklärungen des VVN-BdA Kassel, der Grünen Jugend Göttingen und der Kassler Gruppe AK Raccoons)

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