Aufruf: Keine Wahlen ohne NSU-Komplex!

Am 28. Oktober sind Wahlen in Hessen.

Jedoch wird der Mord an Halit Yozgat und die damit verbundene Rolle des Verfassungsschutzes als Teile des NSU-Komplexes ignoriert. 
Auch die fehlenden Ermittlungen und politische Konsequenzen sind zentrale Themen der letzten Legislaturperiode in Hessen, die somit auch zentrale Themen für diese Wah-len sein müssen.
Denn auch nach dem Ende des NSU-Prozesses in München und mit Ende des Untersuchungsausschusses in Hessen sind konkrete Fragen offengeblieben:

– Warum und von wem wurde Halit Yozgat als Opfer ausgesucht?

– Warum war der ehemalige Verfassungsschützer Temme während des Mordes im Internetcafé?

– Warum hat der hessische Verfassungsschutz Berichte rund um den NSU und seinen Bezügen zu Kassel für 120 Jahre gesperrt?

– Warum verhindert Volker Bouffier als zuständiger Ministerpräsident weitere Aufklärung?

Mit Erstaunen haben wir festgestellt, dass diese Fragen im Vorfeld der Wahlen trotz der vielen der ausführlichen Berichterstattung in den letzten Jahren jetzt wieder nicht angesprochen werden.
Der hessische Untersuchungsausschuss, besonders die Aussagen der Fami-lie Yozgat und das Gutachten der Forschungsgruppe Forensic Architecture ( https://www.forensic-architecture.org/case/77sqm_926min/ ) haben deutlich gemacht, was für ein staatlicher Skandal bis heute noch nicht aufgeklärt ist.

Die Medien, besonders der öffentlich-rechtliche Rundfunk, sind einer breiten, kritischen Berichterstattung verpflichtet, besonders im Vorfeld einer Wahl. Sowohl im Deutschlandfunk „Interview der Woche“ mit Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel, in den Wahl-O-Mat Fragebögen der Landeszentrale für politische Bildung, der Frankfurter Rundschau wie auch im Wahlkompass der FAZ herrscht völlige Abwesenheit des kontinuierlichen Versagens der hessischen Behörden.
Es kann nicht sein, dass das Thema NSU, die institutionellen Verflechtungen mit Neonazis und der strukturelle Rassismus in Hessen wieder zur Seite geschoben wird.
Lasst uns dafür sorgen, dass das Schweigen nicht noch lauter wird! Diese Wahlen sind ein zentrales Moment der politischen Partizipation und sie können nicht ohne die Frage nach dem NSU-Komplex stattfinden.

Wir bitten euch, wann immer im Vorfeld der kommenden Wahlen eine Podiumsdiskussion zu Ende geht, ein Interview gesendet wird, am Wahlkampfstand einer Partei Gespräch geführt wird, ohne dass der NSU-Komplex angesprochen wird, dann macht es zum Thema!

Geht ans Mikrofon, schreibt eine Email, sprecht die Leute an und fragt ganz direkt nach. Alle Menschen, die sich in Hessen für einen Sitz im Landtag, für einen Platz in der Regierung bewerben, müssen sich auch dafür rechtfertigen, was sie getan haben und was sie tun werden, um den NSU-Komplex aufzulösen.

Keine Wahlen ohne Auflösen des NSU-Komplexes!

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11.07! – Bus aus Kassel nach München zum Tag X2 – Kein Schlussstrich! NSU-Komplex auflösen!

***AKTUALISIERT AM 06.07.2018***

***Bitte weiterleiten***

Zwölf Jahre nach dem Mord an Halit Yozgat und der Demo „Kein 10. Opfer!“ in Kassel, sechseinhalb Jahre nach dem Bekanntwerden des NSU und dem Versprechen nach „lückenloser Aufklärung“, nach fast fünf Jahren NSU-Prozess und vier Jahren hessischem NSU-Untersuchungsausschuss sind zentrale Fragen im NSU-Komplex weiterhin nicht beantwortet und die Forderungen der Betroffenen und der Zivilgesellschaft nicht erfüllt.

Jetzt geht der Prozess in München zu Ende und es ist zu erwarten, dass Sicherheitsbehörden und Staat dann versuchen werden das große Buch NSU zuzuschlagen.Wir werden das nicht zulassen! Zu viele Fragen sind offen, zentrale Motive im NSU-Komplex, wie zum Beispiel struktureller und institutioneller Rassismus oder die Rolle des Verfassungsschutzes, weder ausreichend benannt, noch bearbeitet.

Um das zu zeigen wollen wir zum Tag X2 nach München fahren und auch und besonders aus und für Kassel fordern:

KEIN SCHLUSSSTRICH! NSU-KOMPLEX AUFLÖSEN!

Deswegen kommt mit uns nach München zum Aktionstag und der Großdemonstration.

Am Mittwoch, 11.7. um 5.30h fährt der Bus am Blauen Tor (Mönchebergstraße ) los. Um 21h geht von München zurück. Früh aufstehen für Antirassismus und Antifaschismus ist also angesagt 🙂

Kauft euch Tickets!

Wie viel? 10€ Hin- und Zurück ab Kassel

Wo? Tickets gibt’s im AStA der Uni Kassel (zu den Bürozeiten) und im Kollektivcafé Kurbad (Sternstr. 20, Do-Mo 13-19h; So 13-18h)

Denn vollständigen Aufruf nach München gibt es hier: https://nsuprozess.net/ueber/

Für alle die nicht mitkommen können wird es am 11.7. ab 14h im Kollektivcafé Kurbad einen Livestream zur Veranstaltung in München geben. Ihr seid herzlich eingeladen dort ne Limo oder einen Kaffee zu schlürfen und live zu verfolgen was dort passiert! Kein Schlussstrich auch in Kassel!

Haltet euch auf dem Laufenden hier:

https://initiative6april.wordpress.com/

facebook.com/Initiative6.April/

twitter: @Ini6April

Busorga: Initiative 6. April, Antifaschistische Gruppe T.A.S.K; mit freundlicher Unterstützung von AStA Uni Kassel

Aktuelle Informationen zum Gedenken an Halit am 06.04.2018

Wegen dem Rückzug der Stadt Kassel aus dem Gedenken wird die diesjährige Veranstaltung eine andere Form haben. Schweigend und mit Blumen werden wir Halit und allen anderen Opfern rechter Gewalt gedenken.

Wir bitten euch Blumen, als Symbol des Gedenkens mitzubringen.

06.04.2018
15:30 Uhr
Halitplatz

Stellungnahme der Initiative 6. April zum Rückzug der Stadt

Am 29. März 2018 hat die Stadt Kassel ihre Beteiligung für die diesjährige Gedenkveranstaltung für Halit Yozgat, der als das 9. und jüngste Mordopfer des NSU gilt, zurückgezogen. Die Entscheidung der Stadt Kassel sich auf der Gedenkveranstaltung mitten in den letzten Absprachen und Vorbereitungen herauszuziehen, ist mehr als irritierend: Als Initiative 6. April halten dies Entscheidung für beschämend und nicht annehmbar.

Denn: Ein ungeklärter Brandanschlag auf die Moschee ist kein Grund sich aus der Gedenkveranstaltung wegen angeblicher „Sicherheitsbedenken“ raus zuziehen. Im Gegensatz zum Oberbürgermeister Christian Geselle sieht die Polizei keine konkreten Gefahren und könne die Veranstaltung schützen.

Die Gedenkveranstaltung für Halit ist wichtig und es ist wichtig, dass die Stadt Kassel sich voll und ganz in Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Gruppen in dieser Frage einsetzt. Das Gedenken an Halitplatz ist eine wichtiges sozial-politisches Zeichen. Es ist wichtig, der Familie gemeinsam im solidarischen Akt zu zeigen, dass wir als Gesellschaft der Vielen an diesem Tag zusammenstehen, da Halit unser Freund, unser Nachbar, unser Bruder war und bekunden: wir wollen lückenlose Aufklärung und wir wollen kein nächstes Opfer.

Als Initiative 6. April im Bündnis mit vielen anderen engagierten BürgerInnen und Gruppen in Kassel werden wir in diesem Sinne zusammenstehen.

Wir möchten außerdem sehr gerne den Aufruf „Wir erinnern an Halit Yozgat“ von Akteuren der Kasseler Stadtgesellschaft teilen.

FINDET STATT!

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Als Initiative 6. April sind wir irritiert über den plötzlichen Rückzug der Stadt Kassel aus der Gedenkveranstaltung. Sicherheitsbedenken wurden vom Ordnungsamt der Stadt Kassel uns gegenüber nie geäußert. Medienberichten zufolge hält auch die Polizei eine sichere Durchführung der Veranstaltung ohne weiteres für möglich. 

Wir wollen weiterhin gedenken! 

Kommt alle weiterhin am 06. April 2018 um 15:30 Uhr zum Halitplatz,
kommt am 04. April 2018 um 19:00 Uhr zum Kulturnetz Kassel, (Untere Königstraße 46a)
dort werden wir auch über die aktuelle Situation und geänderten Pläne für den 06. April im Rahmen der Veranstaltung Hessische Perspektiven auf den NSU-Komplex sprechen!

6.4. 15:30 | WIR WOLLEN KEIN NÄCHSTES OPFER | BİR KURBAN DAHA VERMEK İSTEMİYORUZ | Gedenkveranstaltung für Halit | Halit için anma günü

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Freitag | 6.4.2018 | 15.30 h | Kundgebung am Halitplatz

WIR WOLLEN KEIN NÄCHSTES OPFER | Gedenkveranstaltung für Halit
NEIN gegen jede Form von Rassismus! | NSU-Komplex auflösen!

BİR KURBAN DAHA VERMEK İSTEMİYORUZ | Halit için anma günü
Her türden ırkcılığa HAYIR! | NSU-Kompleksine son!

KEIN SCHLUSSSTRICH! ÜSTÜ ÖRTÜLEMEYECEK! Veranstaltungsreihe in Kassel März/April 2018

Zwölf Jahre nach dem Mord an Halit Yozgat und der Demo „Kein 10. Opfer!“ in Kassel, sechseinhalb Jahre nach dem Bekanntwerden des NSU und dem Versprechen nach „lückenloser Aufklärung“, nach fast fünf Jahren NSU-Prozess und vier Jahren hessischen NSU-Untersuchungsausschuss sind zentrale Fragen im NSU-Komplex weiterhin nicht beantwortet und die Forderungen der Betroffenen und der Zivilgesellschaft nicht erfüllt. Mit der Veranstaltungsreihe wollen wir einen aktuellen Überblick über den NSU-Komplex bekommen und uns zum Ende des NSU-Prozess in München- sowie des NSU-Untersuchungsausschuss in Hessen folgende Fragen stellen:

Wie gehen wir mit der bisherigen Aufklärung um?  Was konnte der Prozess bzw. der Untersuchungsausschuss leisten und was nicht? Welche Rolle spielen institutioneller Rassismus, Geheimdienste und die Politik dabei? Was wissen wir Neues über den NSU-Komplex, den Prozess und den Untersuchungsausschuss?  Was konnte zivilgesellschaftliche Organisierung mit und durch die Betroffenen, Angehörigen und Überlebenden des Terrors des NSU bisher schaffen? Wie geht es damit weiter?

Klar ist: Es muss weitergehen. Im Gedenken und im Protest. Warum das so wichtig ist, soll in dieser Veranstaltungsreihe von unterschiedlichen Seiten beleuchtet werden. Wir laden euch deshalb herzlich zu folgenden Veranstaltungen ein.

MO, 19.03.18, 19h, Offener Kanal Kassel
Aktuelles aus dem NSU-Prozess und Initiativen mit Fritz Burschel und Kutlu Yurtseven

Die beiden Referenten sind lange Teil zivilgesellschaftlicher Beobachtung von NSU-Komplex und NSU-Prozess. Sie können nicht nur zum aktuellsten Stand berichten, sondern auch über strukturelle Schwierigkeiten und Leerstellen des Prozesses. Außerdem sind beide Aktivisten in zivilgesellschaftlichen Initiativen, die den NSU-Prozess kritisch begleiten und versuchen die Betroffenenperspektive darin zu stärken die  gemeinsam fordern:  Kein Schlussstrich!

Fritz Burschel ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mitarbeiter von NSU-Watch und für Radio Lotte Weimar täglich im Münchener NSU-Prozess.

Kutlu Yurtseven ist Mitinitiator der Initiative „Keupstraße ist überall“ in Köln, die den Opfern eine Stimme geben möchte und den Prozess kritisch begleitet. Er ist zudem Sozialarbeiter und Sänger der Hip-Hop-Band „Microphone Mafia“.

DI, 27.03.18, 19h,    Kollektivcafé Kurbad
Staatsanwaltschaften und rechter Terror mit Isabella Greif und Fiona Schmidt

Im NSU-Prozess sind das Netzwerk des NSU, die Rolle von staatlichen Behörden sowie die Auswirkungen der Taten und rassistisch geführten Ermittlungen für die Geschädigten und Angehörigen der Ermordeten kaum Gegenstand. Dass dem so ist, liegt zu großen Teilen in der Verantwortung der Bundesanwaltschaft. Als oberste Strafverfolgungsbehörde hat sie im NSU-Prozess eine äußerst wichtige Rolle inne.

Dabei besteht ein zentraler Konflikt zwischen staatlichem Selbstschutz und den Erwartungen der Nebenkläger*innen an die Aufklärung des NSU-Komplex im Prozess. Ausschlaggebend dafür sind die Arbeitsweise der Bundesanwaltschaft sowie ihre rechtliche Stellung in Bezug zu anderen Institutionen der Strafverfolgung.

Darum wird es mit Blick auf strukturelle Defizite in der Strafverfolgung rechter und rassistischer Gewalt in diesem Vortrag gehen. Die Referentinnen sind beide im Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ aktiv und setzen migrantisch positioniertes Wissen als Ausgangspunkt ihrer Auseinandersetzung.

Isabella Greif und Fiona Schmidt haben Politikwissenschaften in Marburg und Berlin studiert und erhielten Anfang 2017 ihren Master-Abschluss in Gender Studies von der HU Berlin. In ihrer mit Preisen ausgezeichneten, gemeinsam verfassten Masterarbeit beschäftigten sie sich mit dem „Staatsanwaltschaftlichen Umgang mit rechter und rassistischer Gewalt“ und analysieren strukturelle Defizite und Kontinuitäten am Beispiel der Ermittlungen zum NSU-Komplex und dem Oktoberfestattentat.

MI, 04.04.18 , 19Uhr,  Kulturnetz Kassel
Hessische Perspektiven auf den NSU-Komplex mit NSU Watch Hessen, Initiative Nachgefragt und Initiative 6. April

Der Mord an Halit Yozgat, am 6. April 2006 in Kassel, dem durch die  Anwesenheit des Verfassungsschutz-Mitarbeiters Andreas Temme am Tatort besondere Aufmerksamkeit zu kommt, lässt uns besonders nach Hessen schauen. Hier tagte seit 2014 im hessischen Parlament ein Untersuchungsausschuss der mehr schlecht als recht versuchte Teil der Aufklärung des NSU-Komplex zu sein. Was konnte der hessische Untersuchungsausschuss wirklich leisten und was nicht? Welche Fragen blieben offen?

Zum anderen ist Hessen ein wichtiger Bezugspunkt, weil sich in Kassel einen Monat nach dem  Mord an Halit Yozgat mehrere Familien von Opfern des NSU und Angehörige migrantischer Communities in Kassel zu einer Demo zusammenschlossen und forderten „Kein 10. Opfer!“, womit sie bereits 2006 auf ein mögliches rassistisches Motiv der Morde aufmerksam machten. Diese Organisierung ist bis heute Bezugspunkt für zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen die gemeinsam für Aufklärung und die Umbenennung der Holländischen Straße in Halitstraße kämpfen. Damit klar ist: Kein Schlussstrich!

 

In Gedenken an:

Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Michèle Kiesewetter

 

Kein Schlussstrich bedeutet dabei zu sein am:

6.April 2018, 15.30Uhr am Halitplatz

Wie jedes Jahr schließen wir uns der Familie Yozgat an und rufen dazu auf, am 6. April auf dem Halitplatz gemeinsam Halit Yozgat zu gedenken.

Reclaim and Remember!

Tag X2 – Großdemonstration in München am letzten Tag des NSU-Prozess

Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen fünf bekannte Täter_innen. Voraussichtlich im Frühjahr 2018 wird der Prozess nach etwa 400 Verhandlungstagen zu Ende gehen.

Wir rufen zu einer Demonstration und Aktionen zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München auf, um die Angehörigen  und Betroffenen des NSU-Terrors solidarisch zu begleiten und gemeinsam zu fordern: Kein Schlussstrich!

Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt: Für uns bleiben mehr Fragen als Antworten. Wir werden daher zum Prozessende zusammen auf die Straße gehen. Denn wir werden den NSU nicht zu den Akten legen.

Kein Schlussstrich! – NSU-Komplex aufklären und auflösen!

Aufruf und weitere Infos unter: nsuprozess.net

Es wird eine gemeinsame Busanreise aus Kassel geben. Der Termin wird verkündet, sobald klar ist, wann der Prozess endet. Sichert euch trotzdem gleich euer Ticket!

Achtet auf Ankündigungen unter: initiative6april.wordpress.com

Das vollständige Programm, aktuelle Infos, alle Aufrufe und Material findet ihr unter: initiative6april.wordpress.com

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit Kassel postkolonial, Antifaschistische Gruppe TASK

Mit freundlicher Unterstützung von: Offener Kanal Kassel

Kein Schlussstrich! NSU karmasasi cözülecek!

NSU kompleksi icin etkinlik toplantilari

Mart / Nisan ayında Kassel’de

2018

 

El ilanı 1. sayfası

Halit Yozgat cinayetinden on iki yıl sonra  ve „10.kurban olmasin!“ gösteri yürüyüsünden 12 yil, NSU’nun ortaya cikmasindan ve „tam aydınlatma“ vaadinden altı buçuk yıl, NSU davasinin baslangicinda neredeyse 5 yil, hessen meclisinde arastirma komisyonun olusturulmasindan 4 yil sonra, NSU kompleksindeki önemli sorular cevapsız kalmaya devam ederken magdurlarin ve sivil toplumun talepleri de karşıliksiz kaliyor. Bu toplantilar  dizisinin hedefleri; NSU kompleksi hakkinda son bilgilerin paylasilmasi , Münih’teki NSU davasinin bitmesiyle kendimize ve Hessen’deki NSU soruşturma komitesine  şu soruları sormak istiyoruz:

Bugüne kadar ortaya cikan bilgilerle ne yapabiliriz? Mahkeme ve arastirma komisyonun yapabildikleri ve yapamadiklari. Kurumsal ırkçılık, istihbarat servisleri ve politika ne gibi bir rol oynuyor? NSU kompleksi, mahkeme ve soruşturma komitesi hakkında „yeni“ ne biliyoruz?magdurlar, aile üyelerinin ve sag kurtulanlarla beraber ve onlarin sayesinde kurulan sivil dayanisma organizasyonu bugüne kadar ne basardi? Nasil devam edilecek?

Açık olan: Devam etmeli. Hafizada ve protestoda. Bunun neden cok önemli oldugu,bu toplanti dizisinde farkli acilardan vurgulanacaktir. Bu nedenle sizi aşağıdaki etkinliklere davet ediyoruz.

 

Pazartesi, 19.03.18, saat 19:00, RAdyo Kassel

NSU davasindan ve insiyatiflerden aktuel haberler

Fritz Burschel ve Kutlu Yurtseven

Her iki  konuşmacı da, NSU kompleksi ve NSU sürecini gözlemleyen sivil toplum örgütünün cok uzun süredir bir parçası. Yapisal zorluklar, davanin bosluklari ve son durum hakkinda bilgi verecekler. NSU sürecine elestirisel olarak gözlemleyen ve magdurlarin bakis acisina“ son nokta konulmadi“  destekleyen sivil dayanisma örgütünün iki aktivistidir.

Fritz Burschel neonazi ve yapılanmalari  / Rosa Lüksemburg Vakfı eşitsizlik ideolojilerinde uzman danisman,NSU Watsch calisani ve Radyo Lotte Weimar adina hergün Münihteki NSU davasina katiliyor.

Kutlu Yurtseven, kurbanlara ses olmak isteyen ve sürece eleştirel olarak eslik eden Köln’deki „Keupstraße herkesin“ in girişiminde aktif, ayrica  sosyal danisman ve hip hop gurubu „microphone Mafia“ gurubunda sarki söylüyor.

 

 

SAli, 27.03.18, saat 19:00, Kollektivcafe Kurbad

Savcılar ve sağcı terör

Isabella Greif ve Fiona Schmidt

NSU davasi sürecinde NSU’nun ağı, devlet otoritelerinin rolü , soruşturmanın irkci seklinin mağdurlar ve katledilenlerin akrabaları üzerindeki etkisi hiç ele alınmadi. Bu  büyük ölçüde Federal Savcının sorumluluğundadır. En üst düzey resmi makam olarak NSU sürecinde çok önemli bir rol oynamaktadır.

Devletin kendini koruması ile müdahil davacıların beklentisi olan , NSU kompleksinin tamamen aydinlatilmasi  arasinda büyük bir ucurum var.Burada en önemlisi, Federal Savcılığın çalışma usulleri ve aynı zamanda kolluk kuvvetinin diğer kurumlara cezai takip konumu.

Bu nedenle bu toplantida, sağcı ve ırkçı şiddetin kovuşturulmasında yapısal bosluklar konusunda bilgi verilecektir. Konuşmacılar, “NSU Kompleksinin Çözülmesi” adlı Tribunal’da aktif ve göçmen-konumlu bilgiyi argümanlarının başlangıç noktası olarak kullanmaktadirlar.

Isabella Greif ve Fiona Schmidt, Marburg ve Berlin’de Siyaset Bilimi okudu ve 2017 yılının başında HU Berlin’den Toplumsal Cinsiyet Çalışmaları Yüksek Lisansını aldı.ikisinin ödüllü ortaklaşa kaleme aldiklari tez  de“ sağ ve ırkçı şiddete karsi savciligin yaklasim sekli“ ve NSU Komplex i ve Oktoberfest bombalanmasi örneginde oldugu gibi kurumsal eksiklik ve devaliligi analize ediyorlar.

 

 

Çar, 04.04.18, saat 19:00, ORT

NSU kompleksinde Hessen bakis acisi

NSU Watch Hessen , 6 Nisan inisiyatifi

06 Nisan 2006 da Kasselde Halit Yozgatin öldürülmesi esnasinda gizli servis calisani Andreas Temme ninde cinayet yerinde olmasi dikkatleri Hessene cekiyor.“2014 senesinden bu y ana Hessen parlementosunda olusturulan arastirma komitesi NSU Komplexinin aydinlanmasi sürecinde bir parca olmaya caba gösteriyor.Bu komite gercekten ne yapti ne yapamadi?Hangi sorular acikta kaldi?

Öte yandan Hessen önemli bir mihenktasidir, çünkü Kassel de Halit Yozgatin katledilmesinden sonra ,kurbanlarin aileleri ve göcmen guruplari organize ettikleri gösteride ilk defa biraraya geldiler ve „ 10. Kurban olmasin“ talebinde bulundular.

Bu organizasyon olaylarin aciga cikartilmasi icin ,bugüne kadar olusturulan pekcok sivil toplum örgütlenmelerinin  ve Holländische Strassenin isminin Halit Yozgat olarak degistirilmesi icin verilen mücadelenin baslangici oldu. Acikcasi: Son nokta daha konulmadi!

 

Anısına:

Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides Mehmet Kubasik, Halit Yozgat, Michele Kiesewetter

 

Son nokta konulmadi demek:

Halitplatz 6.Nisan 2018 saat 15.30

 

Her yıl olduğu gibi, Yozgat ailesine de katılıyor ve 6 Nisan’da Halit Meydanı’nda Halit Yozgat’ı anmak için çağırıyoruz.

 

Gecmise dön ve hatirla!

 

 

NSU duruşmasının son gününde Münih’teki Tag X2 kitlesel gösteri

6 Mayıs 2013’te, bilinen beş katilin (yargılanması Münih Yüksek Bölge Mahkemesinde başladı. Yaklaşık 400 mahkeme gününün ardından sürecin 2018 ilkbaharında sona ermesi bekleniyor.

Dava kararinin aciklanacagi gün  NSU terörünün magdurlarini ve aile bireylerini desteklemek ve ortak talebimizi tekrarlamak icin: Son nokta konulmadi!

 

Mahkemeninsonucu  ne olursa olsun, cevaplardan daha fazla soru var. Bu nedenle, sürecin sonunda sokaga çıkacağız. Çünkü NSU’yu dosyalarini rafa kaldirmiyoruz!.

 

Kein Schlussstrich! -NSU Kompleksi Çözülsün!

 

Çağrı ve daha fazla bilgi için: nsuprozess.net

 

Davanin bitis tarihi ilan edildiginde Kassel’den beraber bir otobüsle Münihe gidilecek. Simdiden biletlerinizi ayirtabilirsiniz.

 

Internet adresi: initiative6april.wordpress.com

Tüm program, güncel bilgiler, tüm cagrilar ve materyaller şu adreste : initiative6april.wordpress.com

 

İşbirliğinde bunululan inisiyatifler : Antifaschistische Gruppe TASK, Offener Kannal Kassel,

Radyo Kasselin destegiyle

NSU-Untersuchungsausschuss Hessen: ein bewegender, trauriger und kämpferischer Auftritt von Ayşe und İsmail Yozgat

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Die Familie Yozgat war heute zur letzten Sitzung des NSU-Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag eingeladen – die Einladung erfolgte sehr spät und wirkte wie ein symbolischer Akt. Im Verlauf der Befragung von Ayşe und İsmail Yozgat, den Eltern des am 6. April 2006 in seinem Internetcafé ermordeten Halits, wurde deutlich wie wichtig ihr Wissen und ihre Einschätzungen sind.

Gleich zu Beginn der Sitzung hängte İsmail Yozgat ein Bildplakat an den Zeugentisch – sichtbar für alle Abgeordneten und verband damit das Kinderfoto von Halit mit der Straßenumbenennung.  Nachdem er die Forderungen nach der Umbenennung der Holländischen Straße in Halitstraße und einer erneuten Begehung des Tatorts stellte, berichtete er von den Geschehnissen im Internetcafé am Tattag des 6. April 2006.  Mit einem Tisch und einigen Stühlen stellte er das Internetcafé nach und veranschaulichte körperlich und räumlich für alle Mitglieder des Untersuchungsausschusses die Situation im Internetcafé: Zuerst zeigte er in welcher Lage er seinen Sohn hinter dem Tisch fand, wie er Hilfe holte und wie er seinen Sohn in seine Arme nahm. Im zweiten Schritt zeigte er, dass Temmes Aussage nicht stimmen kann, da er auch sofort Halits Körper gesehen haben musste und dass, „(…) die polizeiliche Nachstellung nach Herrn Temmes Wünschen ausgeführt wurde. Laut İsmail Yozgat gibt es nur drei Möglichkeiten: Herr Temme hat die Mörder gesehen oder er hat sie gelenkt oder er hat Halit selbst ermordet.

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Große Teile des Ausschusses zeigten gleich zu Beginn deutlich, dass sie kein Interesse an weiteren Ermittlungen haben: Die CDU Fraktion machte kein Gebrauch von ihrem Fragerecht und beließ es lediglich bei Beileidsbekundungen. Jörg-Uwe Hahn von der FDP Fraktion gab der Familie den völlig unpassenden, als Frage getarnten Ratschlag, die gutgemeinte Geste der Kasseler Bevölkerung — die Einrichtung des Halitplatzes — dankbar anzuerkennen und nicht weiter die Umbenennung der Holländischen Straße in Halitstraße zu fordern. In diesem Moment ging ein empörtes Raunen  durch den Besucher*innenbereich. Herr Yozgat antwortet auf den Halitstraßen Ratschlag: „Sie haben das gemacht was Sie wollten – nicht was wir wollten. Ich habe immer nur die Halitstraße gefordert“.

Auch der Vorsitzende des Ausschusses, den Herr Yozgat um  Unterstützung oder Hinweise für die Umsetzung seiner Forderung nach der Umbenennung bat, wies dies ab mit dem Hinweis, dass diese Entscheidung bei der Stadt Kassel liege. Deutlich wurde, dass die Forderung auch ein gesellschaftliches Problem sichtbar macht: Wie schwer wiegt, daß Kassel ein Opfer rassistischer Gewalt zu beklagen hat – gegen die Opferung eines Straßennamens?

Ayşe und İsmail Yozgat zeigten großes Unverständnis darüber, daß von Seiten der staatlichen Behörden Andreas Temme Glauben geschenkt wird. Sie wiesen deutlich darauf hin, dass Temme über 2 Jahre hinweg täglich Gast im Internetcafé war und immer zwei Stunden blieb – zwei Mal auch in Begleitung einer hochgewachsenen Frau. Nur am Tattag  blieb er lediglich 15 Minuten und kam danach nie wieder. Herr Yozgat konnte auch in unzähligen schlaflosen Nächten keine Antwort darauf finden warum, warum nur 15 Minuten, und warum blieb er danach weg?

Herr und Frau Yozgat berichteten auch, dass sie von 2006 bis 2011 abgehört und beschattet wurden. „Wenn wir zu Verwandten nach Holland fuhren, wurden wir verfolgt. Wenn wir nach Österreich zu Verwandten fuhren, wurden wir verfolgt. Die Beschatter folgten uns auch bis in die Türkei…“  deswegen kann Ayşe Yozgat nicht ausschließen, ob sie nicht auch in 2013 auf dem Weg nach München zum Oberlandesgericht verfolgt wurden. Sie fragte die Mitglieder des Ausschusses ob sie heute auch noch abgehört werden.

Nach dem Mord nahmen zwei verdeckte Ermittlungsbeamte Kontakt zur Familie auf und gaben sich als interessierte Käufer für das leerstehende Internetcafé aus.

Ismail Yozgat hatte sich  nach dem Mord schriftlich an Volker Bouffier in seiner damaligen Funktion als Innenminister gewandt und ihn um ein Gespräch gebeten. Bouffier allerdings ging nie auf die Bitte der Familie ein und dieser Brief blieb unbeantwortet. In dieser Zeit erhielten sie keinerlei Unterstützung oder Beratung durch staatliche Stellen, z.B. durch Seelsorger. Herr Yozgat betonte auch, dass er niemals irgendwelche Gelder vom Staat angenommen hat, weder Rückerstattung von Reisekosten zum Gericht, noch die 800.000 Euro die ihm für den Verlust seines Sohne angeboten wurden. Sein einziger Wunsch wäre, dass die Straße in der Halit geboren wurde und in der er ermordet wurde umbenannt würde.

Schließlich erzählten sie von der Demonstration „Kein 10.Opfer“ im Jahr 2006 in Kassel, die von den betroffenen Familien organisiert wurde. Es sei ihnen mit der Demonstration darum gegangen, dass weiteren Morde verhindert würden. „Wir wollten aller Welt zeigen, dass wir eine Stimme haben“ sagte Ayşe Yozgat dazu. Beiden war es wichtig, durch die Demonstration ihrem Wissen und ihren Forderungen Gehör zu verschaffen, und sie wiesen darauf hin, dass nach der Demonstration „kein 10.Opfer“ die rassistische Mordserie zum Halten kam.

Die Stimme der Yozgat’s war laut und klar und die vielen Besucher dieses voraussichtlich letzten öffentlichen Verhandlungstages wurden zu Zeugen ihres  wichtigen, profunden Wissen um das Geschehen. Dass ausgerechnet die Stimmen von Herrn und Frau Yozgat erst jetzt zum Ende des hessischen Untersuchungsausschusses vorkommt, ist mehr als unverständlich. Vor allem, da die Frage im Raum bleibt, was ihr Wissen zu Beginn des Untersuchungsausschusses hätte in Gang setzen können, wäre es gehört worden.

Es bleibt ein starkes Zeugnis von den Versäumnissen und Fehlern der staatlichen Institutionen, der Medien und der Gesellschaft, das hilft die Dimensionen des NSU-Komplexes zu verstehen und zu erfassen.

Die Initiative 6. April fordert, dass dieses Wissen und das Gespräch mit den betroffenen Familien im Zentrum der Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex stehen muss. Es kann nicht sein, dass 11 Jahre nach dem Mord an Halit Yozgat seine Familie lediglich als symbolischer Akt  am letzten Tag des Untersuchungsausschusses eingeladen wird. Unsere Gedanken sind heute bei der Familie Yozgat und bei allen anderen Angehörigen der Opfer.

 

Presse- Rückschau auf den 6. April

Liebe Freund*innen,

Es hat ein bisschen gedauert, aber hier unsere Rückschau auf den 6. April:

der 6. April war vor allem ein trauriger Tag. Es jährte sich der Mord an Halit zum 11. mal. Halit war unser Bruder, unser Freund, unser Kollege, unser Nachbar.

Unser Gedenken, das Gedenken der Familie Yozgat und das vieler anderer war aber auch ein kämpferisches, ein politisches, ein lautes Gedenken. Ein Erinnern in vielen Facetten:

Auf der Pressekonferenz zur Eröffnung der Documenta14 in Athen sprachen zwei Mitglieder der Initiative 6. April und vom Tribunal „NSU-Komplex auflösen!“ als Gesellschaft der Freunde und Freundinnen von Halit. Sie erinnerten an Halit und plädieren für eine Überwindung von Nationen und die Gesellschaft der Vielen. Sie bekamen dafür Standing ovations.

https://www.swp.de/…/documenta-auftakt-in-athen-14750948.ht…

https://www.hna.de/…/documenta-14-vor-start-gedenken-an-hal…

https://news.artnet.com/…/adam-szymczyk-press-conference-do…

 

Auf der Pressekonferenz in Kassel von der Initiative 6. April, dem Tribunal NSU-Komplex auflösen und Forensic Architecture stellte das Institut Forensic Architecture die Ergebnisse ihrer vom NSU-Tribunal beauftragten Untersuchungen dar. Das klare Ergebnis: Der ehemalige Verfassungsschutz-Mitarbeiter Andreas Temme muss sowohl die Schüsse auf Halit Yozgat im Internetcafe gehört, als auch seine Leiche gesehen haben. Die Ergebnisse schlagen international große Wellen und werden wohl in den Prozess am OLG München eingeführt, als auch in den hessischen Untersuchungssausschuss.

https://www.theguardian.com/…/architects-called-upon-to-aid…

https://www.zdf.de/gedenken-mordfall-yozgat-100.html

(Ja wir waren in den heute-Nachrichten!)

An der Demonstration „Kein nächstes Opfer! NSU-Komplex auflösen!“ beteiligten sich trotz Ferien und der Zeit, wochentags um 13h, mehr als 400 Menschen. In zahlreichen Redebeiträgen wurde u.a. gefordert: Verfassungsschutz abschaffen! Bouffier muss zurück treten! Umbenennung der Holländischen Straße in Halitstraße! Temme raus aus dem öffentlichen Dienst! Der hessische Untersuchungsausschuss muss sich endlich mit den relevanten Fragen beschäftigen, Rassismus thematisieren und aufhören sich v.a. mit Parteikonkurrenz und rumgehacke zu beschäftigen! Die Aufklärung des NSU-Komplex darf nicht mit dem Prozess in München zu Ende gehen! Die Bundesregierung ist es den Opfern und Angehörigen schuldig für echte Aufklärung zu sorgen! Es braucht weiterhin Gesellschaftlichen Druck! Die Gesellschaft der Vielen ist längst Realität! Es wird Zeit, dass die Perspektive der Migration, die Perspektive der gesamten Gesellschaft wird! Wir müssen uns zusammen schließen und solidarische Bündnisse schmieden! Stop rechte Gewalt! Kein nächstes Opfer! In der Nähe des Halitplatzes stoß die Familie Yozgat zu der Demonstration dazu und ging die letzten Meter mit uns gemeinsam zur Gedenkveranstaltung.
Die Lokalzeitung HNA geht auf das Gutachten und die Gedenkveranstaltung ein, lässt aber in ihren Artikeln zum 6.April die Demonstration „Kein nächstes Opfer!“ -und ihren historischen Vorläufer 2006- vollkommen aus.
Überregional wird dennoch darüber berichtet:

Frankfurter Rundschau http://www.fr.de/…/kassel-kassel-gedenkt-der-nsu-opfer-a-12…

HR-Beiträge http://hessenschau.de/…/11-todestag-von-nsu-opfer-yozgat-tr…

Die Gedenkveranstaltung der Familie Yozgat war gut besucht, kämpferisch und sehr bewegend. In zahlreichen Reden wurde eine vollständige Aufklärung des NSU-Komplex gefordert und insbesondere auf die Ungereimtheiten im Fall Temme verwiesen. Ismail Yozgat erneuerte seine Forderung nach der Halistraße und nach ernsthafter, vollständiger Aufklärung: „An alle Verantwortlichen in Berlin, Wiesbaden und Kassel: ihr werdet mit eurem Schreddern und Schweigen nichts erreichen.“ Gemeinsam werden wir ewig dafür kämpfen das die Wahrheit ans Licht kommt. Darauf bezog sich auch die Initiative 6. April: Die Forderung nach der Halitstraße ist auch unsere Forderung! Negativ fiel insbesondere die Vertreterin der Stadt auf, die sich traute auf der Gedenkveranstaltung alle unsere Forderungen mit einem Satz wegzuwischen unter dem Vorwand, dass die Umbennenung der Straße zu stressig werden würde. Abschließend lud die Familie Yozgat zum gemeinsamen Essen.

Wir bedanken uns insbesondere bei der Familie Yozgat für die Einladung und ihren unermüdlichen Kampf! Außerdem bei allen Beteiligten an diesem Tag.
Allen die zu unserer Demonstration gekommen sind, allen die uns virtuell unterstützt haben, allen die uns medial begleitet haben und tolle Fotos (v.a. @protestfotografieffm) und Filmbeiträge geschaffen haben und allen die durch Reden oder/und andere Unterstützung dabei waren: der Initiative Tag der Solidarität – Gedenken an die Opfer des NSU Terrors, der Kasseler Initiative Nachgefragt, dem Infoladen an der Halitstraße, NSU Watch und NSU-Watch Hessen, der antifaschistischen Gruppe TASK aus Kassel, dem Türkischen Bund Berlin-Brandenburg, der SAV – Sozialistische Alternative Kassel, dem AStA Kassel, der YXK Kassel und Kasseler Linken, der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak und dem Tribunal ‚NSU-Komplex-auflösen‘

Lasst uns weiter als Bündnis mit Betroffenen zusammenstehen, dann sind wir viele, dann sind wir stark und können gemeinsam viel erreichen – für uns alle und für zukünftige Generationen.

Kein nächstes Opfer! NSU-Komplex auflösen!

Forensic Architecture hat zur Rolle Andreas Temme geforscht – Pressekonferenz 6.4.2017, 12:30(!) Uhr in Kassel

Please find English version below!

Initiative 6. April und
Tribunal NSU-Komplex auflösen! laden ein:

Forensic Architecture (Goldsmiths London) präsentiert ihre Untersuchung zu den Aussagen des früheren Verfassungsschutz-Mitarbeiters Andreas Temme

Einladung zur Pressekonferenz
am 6.4.2017, 12:30(!) Uhr im Kulturzentrum Schlachthof, Kassel

Kommenden Donnerstag, den 6. April jährt sich der 11. Todestag von Halit Yozgat. Er wurde 2006 in seinem Internet-Café in der Holländischen Straße in Kassel erschossen und ist das 9. Opfer des NSU.
Am 6. April 2017 um 12:30(!) Uhr werden im Rahmen einer Pressekonferenz – organisiert von der Initiative 6. April und dem Tribunal NSU Komplex auflösen – vorläufige Untersuchungsergebnisse durch die an der Gold- smiths Universität in London ansässige Forschungseinrichtung Forensic Architecture (http://www.forensic-architecture.org/) zum Mordfall an Halit Yozgat vorgestellt.

Die Untersuchung von Forensic Architecture in Zusammenarbeit mit der Kasseler Initiative 6. April und dem Tribunal NSU-Komplex au ösen beziehen sich auf die Rolle des früheren Verfassungsschutz-Mitarbeiters Andreas Temme, der während des Mordes im Internetcafé anwesend war. Die Causa dieses Mordes ist trotz des seit Mai 2013 laufenden Gerichtsprozesses am OLG München immer noch geprägt durch offene Fragen. Dies betrifft insbesondere die Rolle von Andreas Temme. Der damalige Mitarbeiter des Hessischen Verfassungsschutzes hielt sich während der Mordzeit im Internetcafé auf. Er verließ das Internet-Café nur wenige Sekunden bevor Halit ́s Vater Ismail Yozgat eintraf, der seinen hinter dem Schreibtisch liegenden Sohn sofort sah. Andreas Temme sagte mehrmals aus, dass er nichts gesehen, nichts gehört und nichts wahrgenommen habe.

Forensic Architecture hat in einem 1:1 Raummodell des Internet-Cafés und mit Hilfe von 3-D Modellen eine aufwändige Untersuchung vorgenommen. Im Mittelpunkt standen dabei drei Fragen: was hat Andreas Temme gesehen? was hat er gehört? und was hat er gerochen? Hierzu mehr im Pressetext von Forensic Architecture.

Die Ergebnisse sind nicht nur spektakulär, sondern stellen die bisherige Darstellung von Andreas Temme stark in Frage. Mit Hilfe der Kombination von digitalen und analogen Untersuchungsmethoden wurde hier neues Beweismaterial erzeugt, dass auch vor Gericht bestehen kann.

Die Pressekonferenz zur Veröffentlichung dieser vorläufigen Ergebnisse findet am Donnerstag, den 6. April 2017 um 12:30(!) Uhr statt.

Weitere Untersuchungsergebnisse sind im Zeitraum 17-21. Mai 2017 im Rahmen des Tribunals NSU-Komplex auflösen in Köln zu erwarten.

Am 6. April findet zusätzlich ab 13:00 Uhr eine Demonstration unter dem Titel “Kein nächstes Opfer” statt, die am Kasseler Rathaus startet. Ab 15.30 Uhr beginnt die offizielle Gedenkveranstaltung am Halitplatz, dessen zentraler Moment die Ansprache der Familie Yozgat bilden wird.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative 6. April

Presserelease von Forensic Architecture, 01.04.2017

Intiative 6. April and
Tribunal Unraveling the NSU Complex:

Forensic Architecture (Goldsmiths London) presents their examination of Andreas Temme’s statements, former employee of Hessen Office for the Protection of the Constitution

Invitation to press conference on 6 April 2017, 12:30(!) p.m. at Kulturzentrum Schlachthof in Kassel

This Thursday, 6 April, is the 11th anniversary of Halit Yozgat’s death. In 2006 he was shot dead in his internet café on Holländische Straße in Kassel. He was the 9th victim of the NSU.

On 6 April 2017 at 12:30(!)p.m. a press conference will be held to present the work of Forensic Architecture, a research group at Goldsmiths University, London (http://www.forensic-architecture.org/). They will present the preliminary results of their study of Halit Yozgat’s murder case. The press conference is being organized by Initiative 6. April and the Tribunal Unraveling the NSU Complex.

Forensic Architecture has collaborated with the Kassel-based Initiative 6 April and the Tribunal Unraveling the NSU Complex to scrutinize the role of the former employee of the Constitutional Protection Office, Andreas Temme, who was in the internet café at the time of the murder. The legal context of the murder is still riddled with questions despite the ongoing trial before the High Regional Court Munich, which began in May 2013. There are a lot of questions surrounding Andreas Temme’s role in particular. Back in 2006 Temme was working for the Hessen Office for the Protection of the Constitution, the domestic secret service. At the time of the murder, he was in the internet café. He left the internet café just seconds before Halit’s father, Ismail Yozgat, walked in and immediately saw his son lying on the ground behind his desk. Andreas Temme has said multiple times that he saw nothing, heard nothing, and otherwise didn’t notice anything unusual.

Forensic Architecture built a 1:1 model of the internet café and used 3-D modelling technology to undertake an elaborate study of the event. Their three leading questions were: What did Andreas Temme see? What did he hear? And what did he smell? For more details, see the Forensic Architecture press kit.

The results are beyond spectacular. They powerfully call into question how Andreas Temme has been characterized up to now. By combining digital and analog investigative methods, Forensic Architecture has produced new evidence that can stand in court.

Their preliminary results will be presented at the press conference on Thursday, 6 April 2017 at 12:30 p.m. The precise location will be announced shortly beforehand, but will be somewhere around Halitplatz.

More results from their study of the murder case will be presented between 17 and 21 May 2017 as part of the Tribunal Unraveling the NSU Complex in Cologne.

There will also be a march held on 6 April starting at 1:00 p.m. with the motto “No next victim!” (https://initiative6april.wordpress.com). The march will start at Kassel town hall. The official memorial service will begin at 3:30 p.m. on Halitplatz and will culminate in an address held by the Yozgat family.

With kind regards,
Initiative 6 April

Presserelease von Forensic Architecture, 01.04.2017

Aufruf zur Demo am 6.4. | Kein nächstes Opfer! NSU-Komplex auflösen! | Bir kurban daha istemiyoruz! NSU kompleksi dağıtılsın!

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Demonstration und Teilnahme an der Gedenkveranstaltung am Halitplatz in Kassel
Treffpunkt: 13 Uhr am Rathaus am 6. April 2017 in Kassel

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Oder folgt uns auf Twitter: @Ini6April

AUFRUF

Auf dem Weg zum Tribunal NSU-Komplex auflösen (17.-21.Mai 2017) laden wir alle demokratischen, antirassistischen, antifaschisten Gruppen, Netzwerke und Einzelpersonen nach Kassel ein.

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