Ahmed I. sagt aus! – Kommt zum Gerichtsprozess und solidarisiert euch!

Flyer als PDF zum Download ganz unten.

Seit Juni 2020 läuft in Frankfurt am Main der Gerichtsprozess, der den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und den rassistischen Mordversuch an Ahmed I. 2016 verhandelt. 2 Männer sind als Täter bzw. Mithelfer angeklagt. Während der Fall Walter Lübcke viel Aufmerksamkeit bekommt, bleibt die Geschichte von Ahmed I. weitgehend unsichtbar.

Es wird Zeit, dass sich dies ändert!

Die Unsichtbarkeit von Ahmeds Fall im Gericht ist symptomatisch für alle Geschehnisse seit dem Mordversuch 2016, sie erinnert auch – in viel zu vielen Details – an die Taten des NSU. Ahmed hat von Anfang an klar artikuliert, dass der Angriff auf ihn rassistisch motiviert gewesen sein muss. Er wusste, dass es ein Nazi war!  Er lebte drei Jahre mit dem Wissen, dass der Täter wahrscheinlich noch in derselben Stadt lebt, wie er. Und ihm wurde – wie so Vielen – nicht geglaubt. Erst nachdem wieder ein Mensch dem rechten Terror zum Opfer fiel, dieses Mal ein weißer deutscher Politiker, kann auch Ahmed I auf Aufklärung hoffen.

Das ist nicht hinzunehmen. Viel zu viele Täter, die schwere rassistisch motivierte Straftaten begangen haben, laufen noch unbehelligt herum. Muss wieder erst jemand sterben, damit rassistische Gewalt ernst genommen wird? Als der griechische Rapper Pavlos Fyssas von Faschisten ermordet wurde, war in Athen ein Graffiti zu lesen „If you would have cared about immigrants, Pavlos would be alive!“. Heute muss es heißen „Wenn euch die Leben von B*POC interessiert hätten, wäre Walter noch am Leben.“

Ahmed hat was zu sagen und will seine Geschichte teilen, damit sich seine Geschichte nie mehr wiederholt!

Deswegen kommt mit ihm und uns am 29.10.2020 vor das OLG in Frankfurt am Main und sorgt dafür, dass es alle mitbekommen! In Solidarität mit Ahmed I. und mit allen Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt!

Treffpunkt um Ahmed vor dem Gericht zu Supporten: 09.00h vor dem OLG Frankfurt (Konrad-Adenauer-Straße 20)

Treffpunkt für die große Kundgebung; 12.30h vor der Generalbundesanwaltschaft (Zeil 42)

Unterstützer*innen:

Initiative 6. April

Kein Schlussstrich Hessen

NSU Watch Hessen

Initiative Nachgefragt

AK 069 – Antifaschistisches Kollektiv Frankfurt // Offenbach

Task – Antifaschistische Gruppe Kassel

… wenn ihr auch supporten wollt, schreibt uns eine Mail! initiative.6.april [at] gmx [punkt] de

Solidarität mit Efe!

Nach dem kraftvollen und großen Fahrrad- und Autokorso gestern, rufen wir alle dazu auf nicht aufzuhören sich solidarisch mit Efe zu zeigen. Lasst uns nicht aufhören Fragen zu stellen und konkreten Support zu zeigen.

Konkrete Solidarität bedeutet gerade vor allem Geld. Deswegen spendet bitte unter: https://www.betterplace.me/solimitefe und erzählt es allen weiter!

Eine kleine Presseschau von gestern findet ihr hier:

Dezentrale: https://www.die-dezentrale.net/findet-den-taeter-autokorso-gegen-rassismus/

HNA: https://www.hna.de/kassel/kassel-solidaritaet-mit-minicar-fahrer-demo-auto-90008112.html

RTL Hessen: https://www.rtl-hessen.de/beitrag/kassel-autokorso-efe-demonstration-rassistischer-mordversuch insta twitter 2

 

 

 

Solidarität mit Efe! Findet den Täter! Gegen Rassismus!

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Auto- und Fahrradkorso am 08.07.2020 um 16h ab Halitplatz.

Am 21.06.2020 gab es einen rassistischen Mordversuch an einem Minicar-Fahrer in Kassel. Efe wurde rassistisch beschimpft und anschließend mit einem Messer in den Hals schwer verletzt. Das Motiv Rassismus ist klar. Der Täter wurde bisher nicht gefunden. In ihrer ersten Pressemitteilung verschwieg die Polizei das rassistische Motiv und auch die Lokalzeitung HNA schrieb von einem „grundlosen Angriff“.

2016 wurde Ahmed I. in Kassel lebensbedrohlich mit einem Messer angegriffen. Er vermutete von Anfang an ein rassistisches Motiv. Doch die Sicherheitsbehörden nahmen das nicht ernst. Der Täter wurde lange nicht ermittelt. 2019 wurde Walter Lübcke ermordet. Nun ist für beide Taten mutmaßlich dieselbe Person verantwortlich. Und sein Motiv – Rassismus.

Würde ein Mensch noch leben, wenn die Polizei schon vor drei Jahren die Hinweise des Überlebenden von damals ernst genommen hätte?

Kassel hat ein Problem mit rechtem Terror. Kassel hat ein Problem mit Rassismus. Er ist da – auf der Straße, in Behörden, an der Arbeit, in der Schule – und in den Taxis! Das muss endlich ernst genommen werden und vor allem muss das aufhören! Nach den rechten Tätern muss konsequent gefahndet werden.

Solidarität mit Efe! Findet den Täter! Gegen Rassismus!

Kommt mit uns auf die Straße zum Auto- und Fahrradkorso am 08.07.2020 um 16h an den Halitplatz. Bringt dazu Transparente bzw. Schilder mit euren Forderungen mit und schmückt damit eure Autos und Fahrräder.

Den Flyer zum Download gibt es hier: Flyer

Mehr Infos zum Mordversuch: https://www.die-dezentrale.net/rassistischer-mordversuch-in-kassel/

Spenden für den Überlebenden hier: https://www.betterplace.me/solimitefe

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Zum Prozessbeginn gegen Stephan Ernst und Markus H. am 16.06. in Oberlandesgericht, Frankfurt: Hessen muss Entnazifiziert werden!

Die Initiative 6.April setzt für das Gedenken an Halit Yozgat ein, der am 06.April 2006 durch den sogenannten NSU in Kassel ermordet wurde. Der Mord an den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke am 01.Juni 2019, auf seinem Wohngelände in Wolfhagen im Landkreis Kassel, zeigt nicht nur die Kontinuität rechter Gewalt in Nordhessen auf, sondern auch, dass Behörden wie Ermittlungsbeamte und Verfassungsschutz die Taten von Nazis nicht sehen wollen und sie walten lassen.

Als Initiative verfolgen wir seit vielen Jahren die Aufklärungsarbeit in Zusammenhang der Taten des NSU-Komplexes. Dabei mussten wir schmerzlich lernen, dass solange nicht alle Verstrickungen offengelegt werden, besteht die Gefahr, dass weitere Personen ermordet werden! Solange Nazis über Gerichtsurteile jubeln können, wie beim nach dem Urteilsspruch im sogenannten NSU Prozess vor dem Bundesverwaltungsgericht München, wird die Gewaltbereitschaft nicht sinken!

Am 06. Januar 2016 verließ Ahmed I. kurz seine Unterkunft in Kassel-Lohfelden, um in einem Kiosk etwas zu besorgen. Auf dem Rückweg wurde er von einem Radfahrer auf offener Straße mit einem Messerstich in den Rücken lebensbedrohlich verletzt. Ahmed I. wies schon damals auf ein rassistisches Tatmotiv hin. Der Angriff mit dem Messer wurde in der Nähe der Asylunterkunft verübt, in welcher der Geflüchtete wohnte. Die Tatwaffe wurde bei der Hausdurchsuchung nach dem Mord an Walter Lübcke bei Stephan Ernst gefunden.

Der Fall zeigt viele Parallelen zum NSU-Komplex. Die Ermittler*innen ermittelten zwar auch, aber eher unambitioniert, gegen Nazis, darunter auch Ernst, viel engagierter jedoch gegen Ahmed und sein Umfeld. Die Ermittler*innen haben damals leider nicht den Analysen des jungen Mannes zugehört und nahmen seinen Hinweis, dass es ein Nazi sein muss, nicht ernst genug. Wie wichtig es ist den Betroffenen zuzuhören und zu glauben, ist eine der zentralen Lehren aus dem NSU-Komplex wie auch dem versuchten Mordanschlag auf Ahmed: Die Betroffenen wissen genau, wenn es Nazis waren!

Wir wissen heute mehr darüber, dass die hessische Landesbehörde für Verfassungsschutz schon damals über die Täter wusste und halten daher fest: diese Taten und auch der Mord an Walter Lübcke hätten verhindert werden können, wenn das Netzwerk – bestehend aus lokalen Helfer*innen und Unterstützer*innen – des NSU-Trios vollständig aufgeklärt und verurteilt worden wäre. Markus H. war 2006 von der Polizei zum Mord an Halit vernommen worden und nach vier kurzen Fragen und Antworten für „nicht weiter relevant“ befunden worden, obwohl dieser als Neonazi polizeilich bekannt

war. Zudem braucht es nur eine Person um den Mord an Halit Yozgat und den Mord an Walter Lübcke zu verknüpfen. Der ehemalige Verfassungsschützer Andreas Temme, der zur Tatzeit am Tatort war als Halit erschossen wurde und dienstlich mit Stephan Ernst verfasst war. Andreas Temme arbeitet seit seiner Versetzung für das Kasseler Regierungspräsidium dessen Präsident Walter Lübcke war.

Die Landesbehörde für Verfassungsschutz musste zugeben, dass der Name „Ernst“ elfmal in einem Verfassungsschutzbericht vorkommt. Dieser Bericht sollte 120 Jahre geheim bleiben. Erst nach dem Mord an Walter Lübcke wurde der öffentliche Druck so groß, dass die Akten nur noch „30 Jahre“ unter Verschluss bleiben.

Wir fordern eine sofortige Freigabe dieses Berichts, weil dieser Bericht die Täter*innen und ihre Netzwerke deckt!

Aus dem Staatsversagen des NSU-Komplexes wurde nicht gelernt. Auch hier zeichnet sich ein Staatsversagen ab: schon kurz nach dem Mord an Walter Lübcke ist bekannt geworden, dass der hessische Verfassungsschutz, sämtliche Daten über Ernst aus dem nachrichtendienstlichen System gelöscht hat. Ende Mai dieses Jahres wurde bekannt, dass Markus H. vertrauliche Polizeiunterlagen auf seinem Handy hatte. Außerdem hat der Verfassungsschutz belastende Informationen zu Markus H. nicht an die Waffenbehörde übermittelt, weswegen dieser legal Waffen besitzen konnte. Mit einer dieser Waffen hat Stephan Ernst mutmaßlich Walter Lübcke erschossen. Der Mord an Walter Lübcke – mit mehreren Kopfschüssen aus direkter Nähe – ist ein direkter Verweis auf die zehn Morden des NSU-Trios.

Als Initiative 6.April fordern wir: es müssen Taten auf die Bekenntnisse gegen rechte Gewalt der hessischen Landesregierung folgen!

Entnazifierzierung jetzt!

Entnazifizierung bedeutet, dass die rechten Netzwerke in Hessen und bundesweit wie Combat 18 aufgelöst werden müssen.

Hierfür sind die NSU-Akten ein Schlüssel und müssen endlich freigegeben werden! Diese so lange vor der Öffentlichkeit zu sperren kommt einem Schuldbekenntnis gleich.

Zudem bedeutet Entnazifizierung auch den Verfassungsschutz abzuschaffen. Denn diese staatliche Behörde beschäftigt, bezahlt und deckt Nazis. Dies wird im Kontext der Morde in Kassel deutlich: der damalige Verfassungsschützer Andreas Temme war während der Mordzeit an Halit Yozgat im Internetcafé und behauptete, dass er nichts wahrgenommen habe und wurde damals vom hessischen Innenminister Bouffier geschützt. Das wissenschaftliche Institut Forensic Architecture belegte 2017, dass Temme den Körper von Halit Yozgat gesehen, die Schüsse gehört und das Schießpulver gerochen haben muss.

Entnazifizierung bedeutet insbesondere, dass die Perspektive der Angehörigen, der Opfer und der Überlebenden rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt als ein Analyse-Instrument ernst genommen wird.

Alle Informationen in dieser Mitteilung sind hier nach zu lesen:

Kassel entnazifizieren – Temme anklagen!

Wir dokumentieren hier das Statement vom Antifaschistischen Bündnis Kassel zum 8. Mai 2020:

In Gedenken an Halit Yozgat, Walter Lübcke und alle anderen Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

Am 06.04.2006 wurde Halit Yozgat in der Holländischen Straße in Kassel aus rassistischen Motiven in seinem Internetcafé ermordet. Am Tatort befand sich ebenfalls Andreas Temme, der damals als V-Mann-Führer beim Hessischen Landesamt für Verfassungsschutz arbeitete. Entgegen seiner Aussage konnte nachgewiesen werden, dass er den Mord mindestens mitbekommen haben musste.

Einige Stunden vor dem Mord telefonierte Temme ungewöhnlich lange mit Benjamin Gärtner, einem Kasseler Neonazi. Daraufhin machte er sich auf dem Weg in das Internetcafé. Nach der Tat meldete sich Temme nicht als Zeuge bei der Polizei, wurde im Zuge der Ermittlungen jedoch ausfindig gemacht und vorübergehend als Tatverdächtiger vernommen. Die Polizei durchsuchte seinen Wohn- und Arbeitsort und fand zahlreiche Nazi-Devotionalien, SS-verherrlichende Schriften und mehrere Waffen mit Munition. Auch Temmes Telefone wurden abgehört. In den aufgezeichneten Gesprächen wurde ihm von Seiten des VS Unterstützung zugesichert. Zudem fiel der vielsagende Satz von Temmes Vorgesetzten: „Ich sage ja jedem: Wenn er weiß, dass irgendwo so etwas passiert, dann nicht vorbeifahren.“ Eine forensische Analyse des Londoner Forschungsinstitutes Forensic Architecture konnte nachweisen, dass Temme entgegen seiner Darstellung den Mord mitbekommen haben muss. Weitere Vernehmungen und Ermittlungen wurden durch den damaligen Innenminister und heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) aktiv verhindert. Erst als die Verwicklungen Temmes im Juli 2006 durch die Medien veröffentlicht wurden, wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet und er wurde ins Regierungspräsidium Kassel versetzt. Die Polizei stellte ihre Ermittlungen gegen Andreas Temme relativ zügig ein.

Die nach dem Bekanntwerden des NSU 2011 mit der vermeintlich „lückenlosen Aufklärung“ befassten Organe arbeiteten weiter daran mit, die Rolle Temmes im NSU-Komplex zu verschleiern. Im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss erwies sich als besonders fatal, dass die Familie Yozgat nicht als Zeug*innen ernst genommen wurden, sondern mehr als Statist*innen in die letzte öffentliche Sitzung des Ausschusses geladen wurden. Es gelang ihnen zwar die ihnen zugewiesene Rolle zu durchbrechen. Die wichtigen Hinweise, die sie u.a. zu Temme gaben, wurden aber nicht weiter untersucht. Die Akten des hessischen VS, die relevante Informationen zur Kasseler rechten Szene und den Verwicklungen des VS beinhalten, wurden erst für 120 Jahre und schließlich für 30 Jahre gesperrt. Das Oberlandesgericht in München erklärte Temme, trotz mehrerer denkwürdiger Auftritte vor Gericht, für glaubhaft. Halits Mutter sagte dazu: „Sie haben wie Bienen gearbeitet, aber keinen Honig produziert. Es gibt kein Ergebnis.“ Die Familie gab bekannt, dass es keine Begehung des Tatortes durch die Richter*innen gegeben habe und folgerte, sie werde das Urteil nicht anerkennen. „Temme lügt!“

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Nach Protesten wurde Andreas Temme zwar von der Beamtenbesoldung in die Abfallentsorgung versetzt, er arbeitet aber weiterhin im Kasseler Regierungspräsidium. Dass Temme von hessischen Politiker*innen, deutschen Gerichten und dem Verfassungsschutz geschützt wurde und wird, erscheint heute besonders brisant, da antifaschistische und journalistische Recherchen publik gemacht haben, dass Temme dienstlich auch mit Stefan Ernst befasst war. Ernst ist der Mörder Walter Lübckes, der 2019 in Wolfhagen, in der Nähe von Kassel erschossen wurde. Der Name von Ernst und von dessen Mittäter Markus Hartmann tauchten zudem schon in den Ermittlungen 2006 auf. Wir sind der Meinung: Das sind zu viele Zufälle! Die Ermittlungen gegen Temme müssen fortgesetzt werden. Temme gehört angeklagt!

Entnazifizierung bedeutet den Verfassungsschutz, der Nazis bezahlt, Nazis deckt und Nazis beschäftigt, abzuschaffen. Deutsche Parlamente und Gerichte dürfen sich nie wieder mit Nazis gemein machen und deren Lügen decken.

Entnazifizierung bedeutet, dass die rechten Netzwerke in Hessen und bundesweit zerschlagen werden müssen. Dafür müssen die NSU-Akten endlich freigegeben werden!

Entnazifizierung bedeutet, dass die Perspektive der Angehörigen, der Opfer und der Überlebenden rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ernst genommen wird und in den Fokus rückt.

Dafür kämpfen wir am 8. Mai 2020 und immer!

Link

>>Eine aktuelle Dokumentation von Beiträgen zum Gedenken und Links zu #HalitGedenken auf den verschiedenen Plattformen findet sich hier.<<

#HalitGedenken – Digitale Versammlung zum Gedenken an Halit Yozgat

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Jedes Jahr am 6.April versammelt sich eine solidarische Gemeinschaft aus Kassel und darüber hinaus, um an der Gedenkveranstaltung an Halit Yozgat am Halit-Platz teilzunehmen. Halit Yozgat wurde am 6.April 2006 in seinem Kasseler Internet-café an der Holländischen Straße vom NSU ermordet.

In diesem Jahr kann die Gedenkveranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht in der bisherigen Form stattfinden. Trotz Corona wollen wir zeigen, dass wir da sind:

Legt am 06.April am Halitplatz Blumen ab! Unter Berücksichtigung aller wichtigen derzeit geltenden Vorschriften. Es gibt keine Veranstaltung. Haltet bitte Abstand!

Hängt Transparente und Plakate an eure Fenster und Balkone!

Macht Fotos und Videos davon und ladet sie mit #HalitGedenken hoch!

Verteilt diesen Aufruf!

Aufruf als PDF im A4-Format zum Ausdrucken: >>DOWNLOAD Aufruf<<

Plakat mit Halit als PDF im A4-Format zum Ausdrucken: >>DOWNLOAD Plakat<<

Unsere Homepage soll am 6. April eine digitale Versammlung verschiedener Stimmen werden, die Halit gedenken:

Schaut am 6. April auch hier vorbei!

Auf diese Weise kommen wir digital zusammen und zeigen, dass wir gemeinsam am 6. April trotz der Corona- Zeit Halit gedenken können und Halit nicht vergessen haben: denn Halit war unser Freund, Halit war unser Bruder, Halit war unser Nachbar

Zur Gedenkveranstaltung am 6. April 2019

Wir setzen uns seit Jahren für ein gemeinsames öffentliches Gedenken mit der Familie Yozgat am 6.April ein. Nachdem der aktuelle Oberbürgermeister der Stadt Kassel dieses gemeinsame öffentliche Gedenken aufgekündigt hat, haben wir mit der Anmeldung einer Gedenkveranstaltung am Halitplatz diese Tradition sicherstellen wollen. Um aufgekommene Missverständnisse auszuräumen, haben wir diese Anmeldung zurückgezogen. Wir wollen, dass auf dem Halitplatz an jedem 6. April, die Trauer und die Forderungen der Eltern von Halit Yozgat im Zentrum stehen. Dies sollte auch in Zukunft nie am 6. April in Frage stehen!

Wer nicht erkennt, wie wichtig diese Gedenkveranstaltung ist, erkennt nicht, dass diese Morde ein Angriff auf unsere gesamte Gesellschaft sind. Es ist kennzeichnend für Kassel, dass es hier eine große gemeinsame Gedenkveranstaltung gibt, die von einem breitem gesellschaftlichen Interesse getragen wird.

Wie soll das Gedenken an einen rassistisch motivierten Mord durch ein neonazistisches Terror-Netzwerk nicht politisch sein? Wir wollen gedenken, damit so etwas nie wieder passiert.

Zu hoffen bleibt, dass der 6. April in den kommenden Jahren wieder ein gemeinsamer Tag der Trauer und der Erinnerung sein kann und die Gedenkveranstaltung der Familie wieder wie gewohnt stattfinden kann. Denn wir wissen wie wichtig der Familie dieser Tag und dieser Ort ist.

Die Demonstration „Solidarität statt Schlussstrich! Rassistische Strukturen auflösen! NSU-Komplex aufklären!“ wird auf jeden Fall stattfinden. Sie beginnt um 13.30h am Rathaus und endet am Kemal-Altun-Platz (vor dem Schlachthof).

Die Gedenkveranstaltung der Familie Yozgat wird am 5. April um 15.00h am Halitplatz stattfinden.

Veranstaltungsreihe in Kassel

Rund um den 6. April werden zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, die sich in unterschiedlichen Formaten mit dem NSU-Komplex, rassistischen Kontinuitäten und aktuellen Erscheinungsformen rechter Strukturen beschäftigen. Ihr findet diese auch auf unserem wunderschönen Flyer. (Tipp: Der Flyer ist gleichzeitig ein Plakat. Wenn du fertig bist mit lesen – hänge ihn doch auf 🙂 )

28.3. | Do. | 18:00 | Podiumsdiskussion | Philipp-Scheidemann-Haus

„Gegen das Vergessen – Gefahr im Verzug!“ Konsequenzen aus dem NSU-Terror

Veranstaltet von InitiativeNACHGEFRAGT, VHS-Region Kassel, GEW-Kassel und Nordhessen, Ortsbeirat Nordholland | Kontakt: initiativenachgefragt@gmx.de

Podiumsdiskussion mit: MdB Dr. Irene Mihalic (GRÜNE), MdB Petra Pau (LINKE), MdB Dr. Johannes Fechner (SPD), Seda Başay-Yıldız (Vertreterin der Nebenklage im Münchener NSU-Prozess); Moderation: Armin Ruda (Offener Kanal)

Wir fragen: Warum ist es so schwer, die Erkenntnisse aus den Untersuchungsausschüssen und dem Münchner Prozess in entschlossenes politisches Handeln umzusetzen? Wodurch wird eine Aufklärung des NSU-Komplexes verhindert? Woraus resultiert die gesellschaftliche Ratlosigkeit angesichts des Schwindens demokratischer Gewissheiten und der zu beobachtenden Verrohung des politischen Diskurses? Mehr Infos hier.

29.3. | Fr. | 19:30 | Dokumentarisches Theater | Staatstheater Kassel (Schauspielhaus)

Die NSU-Monologe – Der Kampf der Hinterbliebenen um die Wahrheit

Dokumentarisches Theater der Bühne für Menschenrechte
Deutsch mit englischen und türkischen Übertiteln | almanca – Türkçe ve İngilizce üst yazılı

Die NSU-MONOLOGE erzählen von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU – von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat. Als am 11. Juli 2018 nach 438 Prozesstagen das Urteil gegen vier Mitglieder des NSU gesprochen wurde, resümierte Frau Ayşe Yozgat, die Mutter von Halit Yozgat, der am 6. April 2006 in Kassel erschossen wurde: »Sie haben wie Bienen gearbeitet, aber keinen Honig produziert«. Die Bundesanwaltschaft und das Gericht haben sich geweigert, das Netzwerk des NSU aufzudecken und die Unterstützung des NSU durch die bundesdeutsche Neonaziszene sowie die Rolle der Verfassungsschutzämter aufzuklären. Es kann kein Schlussstrich unter die Geschichte des NSU gezogen werden, denn nicht nur die Angehörigen der Opfer verlangen Aufklärung – das verlangt die gesamte Gesellschaft. Mehr Infos hier.

2.4. | Di. | 15–20:00 Offenes Treffen für Basteln, Gestaltung und Austausch Karnak (Mombachstraße 45a / Haltestelle Halitplatz)

„Fill_in_the_Blanks“

Wir wollen uns bereits einige Tage vor der Demonstration und der Gedenkkundgebung unter dem Titel „Fill_in_the_Blanks.“ bei Kaffee und Kuchen im Karnak treffen. Dort können wir uns dann u.a. gestalterisch und inhaltlich mit den vielen Fragen auseinandersetzen, die nach dem Ende der ersten NSU-Prozesse in München noch immer offen bleiben. Für Ideen, Gespräche und Vernetzung steht genau dieser Raum zur Verfügung. Zum Bauen, Basteln und Ausprobieren steht uns die neue Werkstatt zur Verfügung, in der Transparente, Schilder und vieles mehr entstehen können. Wir freuen uns auf Euch!

3.4. | Mi. | 18:00 | Film und Diskussion | Filmladen (Goethestraße 31, Kassel)

„Der zweite Anschlag – Rassistische Gewalt in Deutschland. Eine Anklage der Betroffenen“

Veranstaltet von response / Bildungsstätte Anne Frank in Kooperation mit der Initiative 6. April.

Im anschließenden Gespräch mit Filmemacherin Mala Reinhard und der Protagonistin Ayşe Güleç (Initiative 6. April) sprechen wir über Kontinuitäten von Rassismus und rechter Gewalt in Deutschland sowie über migrantische Perspektiven auf antifaschistisches Engagement. Mehr Infos hier.

6.4. | Sa. | 13–18:00 | Ausstellung | Schlachthof Kassel (Mombachstraße 10-12, alte Bewirtungsräume)

Ausstellung zur Aufarbeitung des NSU Komplexes in Zwickau

In der Ausstellung geht es um die Tat- und Wohnorte des NSU-Netzwerkes: Die Gruppe stellte sich die Frage, ob überhaupt von einem „Untergrund“ die Rede sein konnte und wie diese Gruppierung vernetzt war. Indem sie die Orte, an denen das NSU-Kerntrio gelebt und gewirkt hatte, besuchten und dazu recherchierten, kamen sie zu dem Ergebnis, dass es schlichtweg keinen „Untergrund“ gab: Sie konnten sich in Chemnitz frei bewegen, hatten funktionierende soziale Strukturen und ein Netzwerk, welches sie stärkte.

Ein Projekt der Geschichtswerkstatt Chemnitz “Jugendarbeit in der Transformationsgesellschaft” und der Geschichtswerkstatt Zwickau in Kooperation mit dem Kulturbüro Sachsen e.V. Fachstelle Jugendhilfe, Alter Gasometer e.V., AJZ Chemnitz MOJA und der Geschichtswerkstatt Jena (mehr Infos zum Projekt hier)